Berufsbeschreibung:
Glasapparatebauer / Glasapparatebauerin
Berufsausbildung
Inhalte und Ablauf
Die Auszubildenden lernen zum Beispiel im 1. Ausbildungsjahr:
- wie Glas nach seiner chemischen Zusammensetzung, seiner Art und Verwendung unterschieden werden kann,
- wie z.B. Tischbrenner und Handgebläse eingesetzt werden können,
- wie Glasrohre und Hohlglaskörper mechanisch getrennt und thermisch gesprengt werden,
- was beim Ziehen von Spitzen, beim Verengen und Zentrieren von Glasrohren zu beachten ist,
- wie Spitzen und Rohre eingeschmolzen werden,
- wie Spannungen im Glas kontrolliert werden,
- welche Funktion die üblichen Meß- und Prüfmittel haben,
- wie Maßstab, Schieblehre, Mikrometer, etc. eingesetzt werden
im 2. Ausbildungsjahr:
- wie Dampf- und Druckausgleichsrohre an Glaskörpern anzusetzen sind,
- was beim Einblasen von Glaskörpern in eine Form zu beachten ist,
- wie Hahnansätze zu fertigen sind,
- wie Gaswasch- und Spritzflaschen, Tropf- und Scheidetrichter sowie Liebig- und Kugelkühler hergestellt werden,
- was beim Biegen von Glasrohren berücksichtigt werden muß;
im 3. Ausbildungsjahr:
- wie sonstige Werkstoffe (Kunststoff, Metall, Glaskeramik) in der Glasapparateherstellung verwendet werden,
- wie Metalle in Glasrohre eingeschmolzen werden,
- was beim Einsetzen von Seitenhälsen an Kolben zu beachten ist,
- wie Auslauföffnungen mit Wolframnadeln zu justieren sind,
- wie Glasapparate auf Maß, Form, Volumen und Lage geprüft werden,
- welche Fehler Halberzeugnisse haben können und wie sie sich auf die Verarbeitung auswirken.
Berufsausübung
Nach abgeschlossener Berufsausbildung bietet der Beruf unter anderem folgende Möglichkeiten:
Herstellung von Glasapparate und Glasgeräte für Forschung, Technik und Industrie, aber auch Gebrauchs- oder Kunstgegenstände.
Dies geschieht in der handwerklich geprägten Einzelfertigung, aber auch in der Anfertigung kleiner Serien.
Tätigkeiten:
- vorbereitende Arbeiten (Erstellen von Zeichnungen, Auswahl der Glassorte, Bereitstellung des Ausgangsmaterials)
- Be- und Verarbeitung von Glasröhren, Glasstäben und vorgefertigten Teilen nach Erwärmung hauptsächlich durch Warmverformung wie etwa Biegen, Ausweiten, Ziehen, Einschnüren
- Verbinden der vorgefertigten Teile zu Apparaten und Geräten nach Zeichnungen
- Weiterbearbeiten der hergestellten Apparate und Geräte, z.B. durch Evakuieren, Schleifen, Versilbern, Einschmelzen von Metallfäden oder Ätzen zum Anbringen von Skalen und Beschriftungen nach Messen des Volumens
- Reparatur defekter Glasapparate und Geräte
Arbeitsmittel, Werkzeug und Material
unter anderem:
- technische Zeichnungen
- Stab-, Rohrstücke, Bogen, T- und Übergangsstücke aus Borosilikatglas oder anderen Glassorten, Metalle
- Handgebläse, Brenner, Glasdrehbank, Vakuumanlage
- Glasmesser, Auftreiber, Einschnürblech, Quetschzange, Metallstichel, Pinzette
- Meßgeräte und Werkzeuge
- Kühler, Kolben, Trichter, Titrierapparate, Kugeln, Hohlglaskörper
Arbeitsorte:
- Industrie- oder Handwerksbetriebe
- Laborglashandlungen
- Laboratorien, Forschungseinrichtungen
Berufliche Weiterbildung
Qualifizierungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten
- Teilnahme an Lehrgängen, Kursen oder Seminaren, z.B. über VDE - Sicherheits-, Prüf- und Schutzbestimmungen, Ausbildung der Ausbildung, EDV-Grundkenntnisse, Hydraulik, Pneumatik, Umweltschutz, Material- und Lagerwesen
Aufstiegsfortbildung (nach entsprechender Berufspraxis)
- Glasapparatebauermeister/in oder Industriemeister/in der Fachrichtung Glas
- Techniker/in der Fachrichtung Glastechnik
- Techniker/in für Betriebswissenschaft