Re: quarzkunden und mehr....


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Geschrieben von / Posted by H. Klose am/on  31. Jan. 08 - 11:50:28

In Antwort auf / In Reply to quarzkunden und mehr.... geschrieben von / posted by Konstantin Kraft am/on  24. Jan. 08 - 10:18:40

Hallo Konstantin!

Das mit dem Quarzglas ist so eine Sache, die Andere die verunreinigten Glasgeräte. Will man 100%ige Sicherheit für die eigene Gesundheit, dann dürfte man den Beruf nicht mehr ausüben, die Flammen emittieren schließlich auch 'ne Menge Dreckzeug. Die Risiken sind uns Fachleuten eigentlich bekannt, die Konsequenz währe eigentlich strickte Ablehnung, damit schlagen wir uns aber selber die Füße weg.
Seit 1965 arbeite ich mit Wissenschaftlern zusammen und meine Erfahrung ist, wenn es um deren Interessen geht, dann ist jedes Mittel recht um zum Ziel zu kommen. Man kann die Ungefährlichkeit hoch wissenschaftlich erklären (wir kleines Fußvolk haben ja eh' keine Ahnung davon), das Risiko ist und bleibt jedoch bestehen.
Der beste Schutz ist das eigene Wissen und Verhalten. Generell gelten nachfolgende Aussagen:

Kontaminierungen sind immer giftig.
Reparaturen an gebrauchten Geräten stellen nie den Neuzustand wieder her.
Aussagen über erfolgte Reinigung sind nicht glaubwürdig.
Der Kunde ist zufrieden zu stellen.

Dem Quarzglas bekommt die Sache auch nicht gerade gut. Die innere Struktur ist sehr offen, in der Theorie geht man davon aus, dass durch die aufgerissenen SiO2-Bindungen ca. 30% Hohlräume bestehen (deshalb ist Quarzglas auch leichter als andere Gläser, die hohe Elastizität ist ebenfalls eine Folge davon). Diese Hohlräume füllen sich brennend gern mit allen möglichen Kontaminaten und geben diese nie wieder her, schon gar nicht beim Wegbrennen mit hohen Temperaturen, hier dringt das Zeug nur noch tiefer in das Volumen ein. Die Folge: verstärkte Kristallisationsneigung (Entglasung), schlechte Verschmezbarkeit (Änderung der thermischen Ausdehnung) und damit verringerte Haltbarkeit.
Quarzglas verhält sich bei Temperaturen um den Transformationsbereich wie ein Löschblatt, und wenn Quarzglas verwendet wird, dann doch meist gerade deswegen!

Zu erkennen sind die Kontaminate -auch bei zugesicherter Reinigung- im kalten Zustand an leichten Oberflächenfärbungen verschiedener Art, am Fluoreszieren beim Bestrahlen mit UV-Licht, aber auch an der Flammenfärbung beim Erhitzen, meist rot, grün oder gelb.

Der Selbstschutz ist also entscheidend. Das bedeutet Trennung der eigenen Atemwege vom Flammenwirkbereich durch gerichtete Luftströme (Absaugung) sowie Benutzung einer Vorlage im Blasschlauch oder mit strömender Druckluft (oder Schutzgas) und einem offenen T-Stück, wenn man den Finger auf den offenen Stummel hält, strömt das Gas in das Gerät, ansonsten kommt es zum Stummel 'raus.

Wird zu viel hier, es ist vielleicht mal 'nen Artikel in den VDGN wert.

Viele Grüße aus Dresden!

H. Klose


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