Rückblick: VDG-Fortbildungsseminar 2001
Besichtigung der Schott Auer GmbH:
Kuno Hackl
Die Glasbläser bei der Fa. Schott-Auer in Bad Gandersheim
Im Rahmen des Seminarverlaufes besuchte eine Gruppe der Teilnehmer die Schott-Auer GmbH. Bei der Anfahrt auf das Betriebsgelände waren wir alle erstaunt. Eine solche große Firma in einer Kurstadt ist das möglich? Was machen die eigentlich? Fragen, das darf ich gleich voranstellen, wurden alle geklärt. Nach der herzlichen Begrüßung durch die Geschäftsleitung, Herrn Dr. Jürgen Weichert, wurden wir von der Marketingleiterin, Frau Bettina Ewers, über Schott-Auer - ein Kompetenz-Zentrum für neue Technologien - unterrichtet.
In zwei Gruppen eingeteilt ging es mit den Betriebsleitern, Herrn Meier und Herrn Krempel, auf den mit Spannung erwarteten Rundgang durch die Firma. Über das Gemengehaus kamen wir zur 63 t fassenden Glaswanne. Welches Glas wird hier geschmolzen? Eine der ersten Fragen. Borosilikatglas, aber nicht Duran, das kennen alle Glasbläser, nein Suprax 8488. Dieses Glas verarbeiten wir vor der Brennerflamme normalerweise nicht. Für Schott-Auer das Universalglas. Mit einem Ausdehnungskoeffizienten von 4,3 x 10-6 1/K Tg von 540°C, ähnlichen Viskositäten wie Duran, hochresistent gute Beschichtungseigenschaften, hat es ein großes Einsatzgebiet. Staunend konnten wir erfahren, was aus diesem Glas alles gefertigt wird: Glasreflektoren für Display, Homelighting und audiovisuelle Applikatoren, Dentalreflektoren, OP-Leuchten, Vorsatzlinsen für alle erdenklichen Beleuchtungen, für gepresste oder geblasene Schutzglocken, Heißwasserbereiter, Melkbehälter für die Milchwirtschaft sowie für die bekannten Sicherheitsschaugläser z.B. für Wasseruhren.
Alle diese Glasprodukte werden durch maschinelle Röhrenziehverfahren, automatische Glaspressen, Glas-Blasemaschinen sowie durch manuelle Handfertigung hergestellt. Weiter ging es in die Nachbereitungshallen. In den uns bekannten Heißverarbeitungstechniken, dem Ansetzen von Schliffen, Verbindungselementen, Aufschmelzen von Sichtgläsern an Glasdrehbänken fühlten wir uns wie in den heimischen Werkstätten. In der Kaltverarbeitung, dem Sägen, Schleifen, Polieren und Bedrucken überzeugte der hohe technische Stand der Firma. Die längste Zeit brauchten wir aber in der Beschichtungsabteilung. Alle waren überrascht, wie viele Beschichtungen ein Homelighting, Glasreflektor benötigt. Wie viele davon haben wir in unseren Wohnungen? Eine interessante Diskussion mit vielen Fragen zur Beschichtung war die Folge. Das fachliche Wissen von Herrn Meier klärte aber alle unsere Fragen auf. Die Qualitätssicherung zur Vermeidung von Fehlern überraschte uns ebenfalls. Ob Sichtkontrolle, manuelle Vermessung oder Prüfroboter sind in einem Computer Aided Quality-System (CAQ-System) produktionsintegrierte Realität.
Der zweistündige Rundgang wurde in dem audiovisuellen Vortragsraum beendet. Einige ins detailgehende Fragen, die im Rundgang nicht beantwortet wurden, konnten hier noch angesprochen werden. Ein herzliches Dankeschön für die wirklich gute Aufnahme und Führung durch das hochmoderne Glaswerk sei hier noch angebracht.
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