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Europäisches
Glasbläser Symposium 2007 Veldhoven / Niederlande Ein Erlebnisbericht Mittwoch, 06.06.07 Nach einer verhältnismäßig kurzen Anreise von ca. 4 Stunden kam ich um etwa 15:00 Uhr im Hotel Koningshof an. Größe und Charme dieses Hotels hatten meine Erwartungen weit übertroffen. Mein Zimmer fand ich glücklicherweise sehr schnell. Man erzählt sich aber, dass einige Teilnehmer ihr Zimmer erst einen Tag nach ihrer Ankunft fanden… In der Workshop – Halle waren viele Menschen voller Eifer dabei, den Workshop Bereich und die Ausstellungsfläche zu gestalten. Viele Firmen, und Fachschulen waren beim Symposium vertreten um ihr Sortiment und ihr Können zu präsentieren. Abends gab es für alle Interessierten ein Buffet, bei dem sich die über 20 verschiedenen Nationen schon einmal beschnuppern konnten. Erste Kontakte konnten geknüpft werden, mit alten Bekannten wurde geplauscht. Donnerstag,07.06.07 Nach einem ausgiebigen Frühstück sollte um 09:15 Uhr der Bus mit den Teilnehmern des Alternativprogramms seine Fahrt aufnehmen. Leider hatte dieser ein wenig Verspätung, was aber die gute Laune unter den ca. 30 Teilnehmern nicht trüben konnte. Mit ein paar Minuten Verspätung begaben wir uns bei schönstem Wetter in Richtung Maastricht. Im Bus wurde viel gelacht, geplaudert und alte Erinnerungen wurden aufgefrischt. Geplant war für diesen Tag ein Besuch in Maastricht, der Hauptstadt der Provinz Limburg. Von dort aus sollten wir um 11:00 Uhr eine Bootsfahrt zum „St. Pietersberg“ machen. Dem niederländischen Verkehr hatten wir es zu verdanken, nicht pünktlich in Maastricht zur Bootsfahrt zu erscheinen und so sind wir direkt mit dem Bus zum „St. Pietersberg“ gefahren. Das 11:00 Uhr Boot hatte einen Motorschaden und die Passagiere würden gerade die Maas entlang rudern damit der Zeitplan eingehalten werden konnte, so wurde uns erzählt. Wir hatten also Glück im Unglück. Wir „erklommen“ den „St. Pietersberg“.
Nach einem „beschwerlichen Aufstieg“ (ca.200m Höhe) nahmen wir unser Mittagessen zu uns. Danach ging es mit einem Führer zu den Mergelsteinhöhlen, die sich im Inneren des Berges befinden. Mehr als 20.000 Gänge entstanden dort infolge des jahrhundertelangen Abbaus von Mergelstein, der zum Bau von Häusern und Kirche genutzt wurde. Mit unserem Führer und 3 Öllampen machten wir uns auf, in ein finsteres kaltes Labyrinth. Diese Höhlen dienten den Bewohnern der Stadt Maastricht während des 2. Weltkrieges als Unterschlupf. Ein ausgefeiltes System sorgte dafür, dass jeder Maastrichter auch seinen festen Platz im Unterschlupf hatte. Sogar eine kleine Kapelle gibt es in dieser Höhle. Die Höhle wurde viele Jahre als Anbaufläche für Champignons genutzt, da die Umgebung dafür ideal ist. Es ist stockdunkel, feucht (ca. 90% Luftfeuchtigkeit) und kalt (9-10° C). Im Winter dienen die endlosen Gänge der Höhle tausenden von Fledermäusen als Winterquartier. Faszinierend waren auch die Malereien an den Wänden, zum Teil Unterschriften von Besuchern, die sich mit Kohle und Kreid an den Wänden verewigt haben. Eine der ältesten Unterschriften, die ich gesehen habe, stammte aus dem 18. Jahrhundert. Unser Höhlenführer hat die Führung sehr locker gestaltet, was mir persönlich in der Finsternis sehr gut getan hat. Glücklich waren auch diejenigen unter uns, die eine Hose trugen und nicht einen Rock, denn aufgrund der warmen Außentemperaturen kam es einem in den Gängen noch viel kälter vor als es sowieso schon war. Nachdem wir die Höhle wieder verlassen und uns wieder an das warme Wetter gewöhnt hatten, kamen wir doch noch in den Genuss einer Bootsfahrt. Mit einem Ausflugsboot der Reederei Stiphout fuhren wir vom Fuße des „St. Pietersberg“ auf der Maas bis in das Stadtzentrum von Maastricht. Dort angekommen hatten wir ca. 1 ½ Stunden Freizeit. In dieser Zeit wurde „Shopping“ mit einer kurzen Besichtigungstour durch Maastricht verbunden. Bei mir persönlich wurde das Ganze noch mit einer Portion Eis gekrönt. Um ca. 18:00 Uhr waren wir zurück im Hotel. Um 19:00 Uhr begann das Workshop – Buffet, was für mich persönlich ein Highlight war! Bei früheren Treffen in Deutschland hatte ich als Teilnehmerin des Alternativprogramms immer ein bisschen das Gefühl neben dem ganzen „Glas-Geschehen“ herzulaufen. Nur aus Gesprächen am Abend konnte ich erfahren, was tagsüber alles geschehen war. Beim Workshop-Buffet konnte ich nun auch als Teilnehmerin des Alternativprogramms und als mitreisendes Familienmitglied von der „Glas-Luft“ schnuppern! Mir persönlich hat der Abend sehr viel Freude bereitet. Freitag, 08.06.07 Pünktlich um 09:15 Uhr fuhren wir mit dem Bus Richtung Soestdijk (sprich: Sösdeik). Auf unserem Programm stand die Besichtigung von Schloss Soestdijk. Es wurde 1674 als Jagdschloss gebaut. Bis in das Jahr 1970 wurde das Schloss immer wieder erweitert. Das niederländische Königshaus Oranien – Nassau nutzte das Schloss mehrere Jahrhunderte als Sommersitz. Im Jahre 1937 machten Prinzessin Juliana und Prinz Bernhard Schloss Soestdijk zu ihrem dauerhaften Wohnsitz. Im Jahr 1948 folgte Juliana ihrer Mutter Wilhelmina auf den niederländischen Thron. Soestdijk wurde königliche Residenz. Bis zum Jahre 1980, als Beatrix, die in Soestdijk aufwuchs, ihrer Mutter auf den Thron folgte. Königin Juliana und Prinz Bernhard blieben bis zu ihrem Tod im Jahre 2004 aus Schloss Soestdijk wohnen. Nach dem Tod ihrer Eltern beschlossen die Erben, Soestdijk für den Zeitraum von 3 Jahren für die Öffentlichkeit zu öffnen. Je ein Schlossführer und eine Wachperson führen Gruppen bis max. 15 Personen durch einige der repräsentativen und privaten Räume des Schlosses. Soestdijk ist kein Museum, es ist noch immer ein Wohnhaus der königlichen Familie! Darum durften im Inneren des Hauses auch keine Foto- oder Filmaufnahmen gemacht werden. Der große Park lädt mit seinen zahlreichen interessanten Bäumen und Sträuchern zum Spazieren und Entspannen ein. Die Wasseranlagen und ruhigen Sitzecken lassen das Verweilen zu einem Erlebnis werden. In der ehemaligen Orangerie wurde ein Restaurant untergebracht. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den Park nahmen wir hier unser Mittagessen ein. Frisch gestärkt machten wir uns in 2 Gruppen (deutsch/englisch) auf zum Schloss. Dort sahen wir zuerst einen kurzen
Film über das Schloss. Dann begann unsere Führung durch die verschiedenen Räume. Zuerst ging es durch einige repräsentative Räume des Schlosses, die für Empfänge, Staatsbesuche oder Bekanntmachungen (durch das Fernsehen) genutzt wurden. Die Möbel in diesen Räumen stammen noch aus der Zeit als König Willem II und seine russische Frau Anna Paulowna mit ihren Kindern das Schloss als Sommerresidenz bewohnten. Unser Schlossführer war ein ehemaliger Geschichtslehrer, der die Flut an Informationen mit viel Spaß und Freude an uns weitergab. Nach den repräsentativen Räumen des Schlosses besichtigten wir auch einige Privaträume von Königin Juliana und Prinz Bernhard. Dies waren die beiden Arbeitszimmer und das Esszimmer der königlichen Familie. Zum Abschluss der Tour sahen wir noch die neue Küche, den Weinkeller, den Silberraum, den Porzellanraum und einen Teil der alten Küche. Diese Räume befanden sich im Keller des Schlosses - hier wirkte das Personal. Um ca. 18:30 Uhr waren wir von unserem Ausflug in die Welt der niederländischen „Royals“ zurück in Veldhoven. Es ging von einem Highlight zum nächsten: Das Bankett! Ein wunderbarer Abend, ein tolles Essen, Superstimmung, spitzenmäßige Musik und das Wichtigste, viele tolle interessante Menschen! An dieser Stelle möchte ich dem Symposiumskomitee und allen, die an den Vorbereitungen beteiligt waren, ein großes Lob aussprechen! Es war einfach wunderbar, ein tolles Erlebnis! Und, was viel wichtiger ist: Es war immer jemand da, an den man sich wenden konnte wenn etwas fehlte oder unklar war. Um auf das Alternativprogramm zurückzukommen, hier möchte ich ganz speziell Marit van Gorp und Mathieu Frenken danken, die sich sehr viel Mühe gegeben haben, uns die Ausflüge so angenehm wie möglich zu gestalten: Danke! Jana Saphörster |
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