Workshopbericht
Wahnsinn! Es mag viele Gründe geben warum man das „Europäische Glasbläser Symposium“
besuchen musste. Ein einziger allein reichte aber schon aus:

Der Workshop



6    Arbeitstische für Jedermann
2    Arbeitstische nur für Schüler
1    Arbeitstisch für spezielle Borofarbgläser
2    Arbeitstische für spezielle Vorführungen
1    Arbeitstisch nur für Neon
1    Arbeitstisch für Feinpolieren TUB
1    Drehbank  mit 80er Durchlass
1    Schmelzofen für das Arbeiten mit der Pfeife
2    Fusing Öfen  mit großer Arbeitsfläche
2    Kühlöfen
1    große Leinwand

und ganz wichtig, insgesamt acht Schulen präsentierten sich auf dem Workshop:
  • Glasfachschule Lauscha (D)
  • Glasfachschule Zwiesel (D)
  • Staatl. Glasfachschule Hadamar (D)
  • Glasfachschule Kramsach (A)
  • BSZ Wertheim (D)
  • Leidse Instrumentenmakers School (NL)
  • SBSZ Ilmenau (D)
  • Lycee Dorian, Techn. Naturw. Gymnasium (F)

Um es gleich vorweg zu nehmen, es waren die jungen Glasbläser die den Workshop getragen haben. Unglaublich mit welcher Energie diese jungen
Menschen ans Werk gingen. Keine Scheu etwas vorzuführen.  Auszubildende im ersten Lehrjahr setzten sich einfach an die Flamme und zeigten ihr
können. Als gäbe es die hunderte von „erfahrenen“ Glasbläser nicht, die immer wieder zuschauten. Ob mal eben eine Wendel frei Hand
gedreht wurde  (da muss manch’ alter Hase sich erst mal einen Tag einschließen), oder farbige Glastiere gezaubert wurden, die jedem zur Ehre gereicht hätten. Die jungen Schüler präsentierten sich mit einer Dynamik die ihresgleichen suchte. So mancher hat darauf gewettet, dass wir zu viele Arbeitsplätze hätten, dass es aber viel zu wenig waren, daran hätte keiner geglaubt. Viele erfahrene Glasbläser haben ihr Können vorge- führt und den Schülern Tipps und Tricks  gezeigt, im Gegenzug begeisterten die Schüler alle Anderen durch ihre Leidenschaft zum Glas.

Alles kann hier nicht erwähnt werden, aber doch ein paar Dinge, wertfrei sortiert:

Zwei Glasbläser-Arbeitstische und eine 80er Drehbank von Arnold standen nicht zur freien Arbeit zur
Verfügung. Hier wurden angekündigte Vorführungen gezeigt, bei denen man zuschauen konnte.

Die Drehbankarbeiten waren immer umlagert. Ob seitliche Einschmelzungen von Ulrich Anken
(Schweiz), Vierkantrohr ziehen von Anja Reynolds (Deutschland), seitlicher  Ansatz ohne Einblasen
von Ian Pearson (Großbritannien), Quarzfritten einschmelzen von Sebastian Bete (Norwegen), oder
die hervorragende Arbeit von KeesWim v/d Wijngaard (Niederlande) um nur einige Highlights zu
nennen.

An den beiden Programmtischen gab es ein ständig wechselndes Programm:
Kolonnenkopfbau von Fritz Reichert, Montagetechniken von Robert Wölfl, Menschenaugen von Otto Müller-Schmoss, Gold und Silberaufdampfen von JanHein van Stiphout, Glas 8250 Quetschfüße mit 4 Durchführungen von Eckhard Martin, Mikroarbeiten von Steffi Seelbinder um auch hier nur einige zu nennen. Nicht nur das Zuschauen war hier gefragt, sondern Nachfragen und selber probieren war der Leitgedanke des Workshops.

Einige ungeplante Höhepunkte an diesen Tischen sollten nicht unerwähnt bleiben:
Die Sondervorführung von Kuno Hackl am „Zenit Limited Edition“, oder das freie Arbeiten
nach Musik von Ian Pearson gingen problemlos als Leihgaben der Kasseler „Documenta“
durch.
Einige Aktionen liefen ständig:
Katja Harte von der Firma TGK ließ die Glasschmelzöfen heiß laufen. (Was man mit Glas doch so alles machen kann.)
Gilbert Hockers zeigte (trotz der Hitze) am Glasschmelzofen viel beklatschte Vorführungen.
Birgit Meinhard von der Firma GVB zeigte Arbeits- möglichkeiten mit farbigen Boro–Stäben, die vor nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen wären.
Jaap de Graaf  bog farbige Röhren zu maßgerechten Neonschriften.

Und nicht zuletzt erstaunte Sven-Uwe Urban von der TU Berlin, mit der Möglichkeit,
optisches Feinschleifen mit einfachen Baumarktartikeln zu bewerkstelligen.Und ständig war die
Kamera mit dabei. Alles was sie aufnahm wurde sofort auf eine große Leinwand übertragen, so
dass auch feinste Arbeiten für alle zu sehen waren. Immer wieder war großes Staunen angesagt.

Ein Highlight der Sonderklasse war das Workshopbuffet. Essen und Trinken, rumlaufen oder sitzen, plaudern oder stilles Genießen, ganz wie man wollte.
„Nebenbei“ lief der Workshop:  Stühle waren vor den sechs freien Plätzen aufgesellt, hier sollte gearbeitet werden und man sollte zuschauen und staunen. So zumindest hatten es die Veranstalter gedacht, mit der Sorge ob auch wirklich ständig alle sechs Plätze besetzt sind. Da hatten sie aber nicht mit den Teilnehmer gerechnet.

Alle anderen Tische mussten geöffnet werden, um allen, die arbeiten wollten, die Möglichkeit zu geben.
Und wenn es doppelt so viele Arbeitstische gewesen wären, einen freien Platz hätte es nicht gegeben.
Muss erwähnt werden, dass nachts um 0:00 Uhr die Energie abgedreht werden musste? Mit guten
Worten war dem ganzen nicht beizukommen. Ist das nicht wunderbarer Wahnsinn?

Großen Dank und großes Lob an die Mitarbeiter der Firma Arnold. Die ganze Zeit waren
sie vor Ort, haben alle Sonderwünsche der Teilnehmer erfüllt und den Workshop lebendig
gehalten. Danke!

Vielleicht noch eine Zahl zum Schluss, die mehr sagt als viele Worte: 15 !
So viele große dicke Sauerstoffflaschen wurden in zweieinhalb Tagen durch die Brenner gejagt!
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Das Redaktionsteam

 

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